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Mach die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher! (Albert Einstein)
Dieses Motto läßt sich auch auf die Klangerzeugung übertragen. Jeder Ton erhält eine Pfeife – ganz einfach. Aber diesem
Idealzustand sind häufig räumliche oder finanzielle Grenzen gesetzt. Die heute erhältlichen Orgelexpander oder Soundmodule haben sich zwar merklich hinsichtlich ihrer Bedienungsfreundlichkeit
verbessert - aber klanglich? Aus dieser Not heraus entstanden die jetzt vorliegenden Klangbibliotheken. Mir war dabei wichtig, ohne Kompromisse die Instrumente digital zu speichern. Wer selbst je an
einer historischen Orgel gesessen hat, spürt die offenen Fragen eines elektronischen Systems: Klangerzeugung, Klangabstrahlung, Raumeindruck, spezifische Lautheit des Instruments bis hin zu Fragen der
Intonation.
Elektronische Surrogate sind denn auch keine Musikinstrumente im klassischen Sinn, sie sind eher mit einer CD zu vergleichen,
die gleichwohl etwas von der Intensität einer Aufführung erahnen läßt. Statt auf einem akustischen Kleinstpositiv mit Gedackt 8’, Spillflöte 4, Zimbel 3-4 fach 1 1/3’ zu üben, bevorzuge ich
gern eine elektronische Variante (noch dazu mit dem Spieltische clarté) die mich wählen läßt zwischen verschiedenen Instrumenten, deren Besonderheiten für sich sprechen. Zudem hat nicht jeder
Zutritt zur Orgel der Madeleine oder darf seinen Bach auf einer historischen Silbermann-Orgel spielen. Auch mochte ich nicht auf eine Contrabombarde 32’ verzichten oder durchschlagende Clarinetten,
Unda maris, Trompette en chamade etc.
Anders als bei den Orgelexpandern werden in den Klangbibliotheken lediglich die zuvor aufgenommenen Klänge zur Verfügung
gestellt. Für die Wiedergabe eignen sich verschiedene Software-Sampler und sogenannte VST_Plug-Ins für die gängigen Sequenzerprogramme. Die Klangbibliotheken der SOS-Reihe nutzen das GIG-Format
(Tascam: Gigastudio), das von der Mehrzahl der Programme direkt eingelesen oder konvertiert werden kann.
Zu jedem Ton, insgesamt wurde in kleinen Terzen gesampelt, ist ein entsprechendes Hallsample vorhanden, was vom
Softwaresampler gespielt wird, wenn man die Taste los läßt. Auf diese Weise spart man sich den künstlichen Nachhall, der in den meisten Fällen dem Original nicht nahekommt. Neben anderen Gründen
liegt dies auch an den bereits während der Entfaltung des einzelnen Tons entstehenden Interferenzen, die bei einem künstlichen Hall so nicht befriedigend errechnet werden können. Dass die z.B. die
Madeleine in SOS-1 über satte 7 Sekunden Hall verfügt, stört den Sampler nicht und der Effekt jetzt an einem elektronischen Spieltisch ist wirklich umwerfend. Aber auch der Hall einer Dorfkirche mit
Silbermann-Orgel (SOS-3) hat seinen Reiz. Kammermusikalische Intimität braucht eine solche Atmospäre einfach.
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