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VERLAG PETER  EWERS
Musikwissenschaften - Unternehmenskommunikation
Rathenaustr. 77  - D- 33102 Paderborn

Neues für die Ohren
aus dem Notensatz

Hinter diesem lapidaren Titel verbirgt sich einer der kostenintensivsten Bereiche musikwissenschaftlicher Arbeit. Auch wenn der Notensatz heute am Computer erstellt wird, so muß er dennoch in mühevoller Arbeit "von Hand" erstellt werden.

Otto Maria Krämer (*1964)

Louis Vierne: "Messe Solennelle" op. 16
für Chor, Orgel und Orchester
Orchesterbearbeitung Otto M. Krämer
Gesamtpartitur, Stimmauszüge, Chorpartitur
EUR 24,90 / je nach Anzahl der Partituren und Stimmen

Die von Louis Vierne komponierte "Messe Solennelle" ist ursprünglich für Chor und zwei Orgeln konzipiert. Zur Zeit der Entstehung war es häufige Praxis, bekannte Werke auch in einer Bearbeitung für Orchester oder in verschiedenen anderen Besetzungen mit Orgel anzubieten (siehe Beispiele bei Duruflé oder Saint-Saens bekannte Orgelsymphonie etc.). In jedem Fall ist die Verschmelzung von Orgel und Orchester ein kompositorisches Wagnis, treffen doch zwei große symphonische Klangkörper aufeinander. Krämer hat nun die vielen Chören geläufige Messe Solennelle mit einem Orchesterpart (Streicher, Trompeten, Posaunen, Pauken) versehen, der ganz im Duktus Louis Viernes steht und diese Bearbeitung zu einer festlichen Steigerung der Messe werden läßt. Ohne aufwendige Probenarbeit für den Chor, steht damit ein äußerst effektvolles Werk zur Verfügung, daß besonderen Anlässen in idealer Weise Rechnung trägt. Die Kosten für eine Aufführung bleiben weit unter denen z.B. von Mozarts Krönungsmesse, da bei diesem Werk auf teure Solisten verzichtet werden kann. Der hochverdichteten Klangsprache Viernes verhilft Krämer dabei einmal mehr in orchestraler Klarheit zum unangefochtenen Höhepunkt der Symphonik. Zweifellos hätte Vierne an dieser Bearbeitung seine helle Freude gehabt.


Messe brève
Messe für Chor und Orgel, bzw. 2 Orgeln
Chorpartitur, Gesamtpartitur(=Orgelstimme)
Preis: 29,90 EUR
 

Unter den jüngeren Komponisten geistlicher Musik, hat sich Otto Maria Krämer bereits einen Namen gemacht. Selbst als Kantor und Chorleiter an der ehemaligen Propsteikirche St. Peter und Paul in Straelen am Niederrhein bestens mit den liturgischen Anforderungen zeitgemäßer Liturgie vertraut, stellt er mit der 1996 komponierten "Messe brève" eine wirkungsvolle Komposition vor, die weder gewollt "zeitgenössisch" noch epigonal überfrachtet wirkt. Vielmehr kann sie auch von kleineren Chören, bei moderaten Stimmumfängen, als wirkliche Bereicherung des Repertoires rasch erarbeitet werden. Dennoch handelt es sich keinesfalls um Gebrauchsmusik: Krämer versteht es gekonnt, durch expressive Farbe und markante Rhythmen ein eingängiges, wie hörenswertes Werk vorzulegen, dem eine weitere Verbreitung zu wünschen ist!
 

Subvenite
für Sopran, Bariton, Orgel und Orchester
erscheint 2002,
Gesamtpartitur, Stimmauszüge
Preis: 29,90 EUR
 

Sicher haben Sie es gleich erkannt: Es handelt sich bei diesem Werk um die gleiche Besetzung wie sie auch für das bekannte Requiem, op. 9 von Gabriel Fauré Verwendung findet. Letzterem Werk, mit einer ungefähren Aufführungsdauer von knapp 40 Minuten, gesellt Krämer nun ein "Subvenite" hinzu, jenem Gesang, der ursprünglich während der Trauerprozession beim Einzug der Bahre in die Kirche angestimmt wurde (also unmittelbar vor Beginn des Requiems). Krämer versteht es gekonnt, sich der Schreibart Faurés anzunähern ohne ihn zu kopieren. Das "Subvenite" erscheint vielmehr als gedanklich-kompositorische Antizipation und schafft bei Ausnutzung des vorhandenen Apparats eine ideale Ergänzung. Der liturgische Kontext des "Subvenite" läßt sein Werk jedoch auch im konzertanten Rahmen durch Klangsprache und Kolorit der Besetzung einen wohldurchdachten Raum finden.
 

Rudolf Borlói (*1927)
Patrokli-Messe
Messe für Chor und Orgel
erscheint 2002,
Chorpartitur, Gesamtpartitur(=Orgelstimme)
Preis: --,-- EUR (in Vorbereitung)
 

Die vorliegende Messkomposition des Ungars Rudolf Borlói, Professor für Komposition am Konservatorium in Budapest, wurde als Auftragswerk für den Domchor in Soest geschreiben. Das die Teile Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei umfassende Werk wurde kurz darauf um ein Credo ergänzt und besticht durch seine Rhythmik, die mit dem für Borlói typischen Kolorit dem in weiten Teilen modalen Werk hohe Ausdruckskraft verleiht. Das Werk, indem "Ton für Ton durchgebetet wurde" (Borlói), verzichtet dabei auf jedes Sentiment und kann gerade durch die Spannungsverhältnisse zwischen den Sätzen eine starke Wirkung entfalten. Die ursprünglich für einen kathedralen Raum und seine Orgel geschriebene Messe vermag auch in kleineren Verhältnissen überzeugen.

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